Wirtschaftsminister Seidel besucht Lubminer Energieknotenpunkt
Am Donnerstag hat Wirtschaftsminister Jürgen Seidel den Energie- und Industriestandort Lubmin besucht. Vor Ort machte Seidel sich ein Bild über den Baufortschritt der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL) Abschnitt Mecklenburg-Vorpommern am Start der Pipeline in Lubmin. „Der Bau der Ostseepipeline kommt in Mecklenburg-Vorpommern voran. Mit den Investitionen wird auch die regionale Wertschöpfung vor Ort gefördert. Bis zu 2.500 Arbeiter sind bis zur geplanten Inbetriebnahme der OPAL mit den Bauarbeiten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen beschäftigt. Dabei werden zahlreiche Aufträge auch an Unternehmen aus unserem Land vergeben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel vor Ort. Beispielsweise sind die Firmen UmweltPlan Stralsund und der Industrie- und Kraftwerksservice Anklam in das Projekt eingebunden. Am Energieknotenpunkt Lubmin soll ab Herbst 2011 Erdgas aus der Nord Stream-Pipeline in die Übernahmestation des Firmenkonsortiums der WINGAS GmbH & Co. KG und der E.ON Ruhrgas AG fließen. Von dort aus geht es weiter durch die 470 Kilometer lange Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL) in Richtung Süden durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis über die tschechische Grenze nahe Olbernhau im Erzgebirge. „Mit dem Bau der OPAL und der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) werden auch ländliche Regionen im Norden und Osten Deutschlands schnelle Internetzugänge erhalten, denn neben den Erdgas-Leitungen werden auch moderne Glasfaserkabel verlegt.“ Beim Besuch von Wirtschaftsminister Seidel informierte Bernd Vogel, Geschäftsführer der OPAL NEL TRANSPORT GmbH, über das Bauvorhaben: „Die Investition in diesen Standort ist zukunftsträchtig: Durch die Ostsee werden zukünftig 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas, also umgerechnet gut die Hälfte des jährlichen deutschen Erdgasbedarfs, fließen. Derzeit bereiten wir den Bau der Erdgasübernahmestation und die Verlegung der OPAL-Rohre unter dem Lubminer Hafenbecken vor, damit wir das Erdgas von hier aus weiter zu den Verbrauchern in Deutschland und Europa transportieren können.“ In der Übernahmestation wird das Erdgas zunächst auf den entsprechenden Druck und auf die richtige Temperatur angepasst und anschließend Qualität und Menge gemessen. Von der Übernahmestation in Lubmin beginnt der Transport des Erdgases durch den Tunnel unter dem Lubminer Hafenbecken, in rund 20 Metern unter dem Wasserspiegel des Hafenkanals. Von den Dimensionen des Tunnels und den ingenieurtechnischen Herausforderungen konnten sich die Gäste aus dem Wirtschaftsministerium und vom Bergamt Stralsund bei der Begehung der jeweils 188 Meter langen Röhren überzeugen. An der OPAL wird in Mecklenburg-Vorpommern bereits seit September 2009 gebaut: Über 2.500 Arbeiter bauen zwischen Lubmin und dem Erzgebirge auf Hochtouren an der Leitung. Von der 470 Kilometer langen Pipeline sind bereits 300 Kilometer verschweißt, diesen Sommer wird über die Hälfte der Leitung im Erdboden verlegt sein. Um das Erdgas durch die OPAL bis an die tschechische Grenze zu transportieren, wird es nach der Hälfte der Gesamtstrecke, südlich von Berlin, erneut auf bis zu 100 bar verdichtet. Neben der OPAL ist auch der Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) geplant, die südlich an Schwerin und Hamburg vorbei bis zum Erdgasspeicher Rehden in Niedersachsen führen soll. „Die Verkehrsinfrastruktur, der Hafen, die Anbindung an das internationale Stromnetz und die vorhandenen Fachkräfte bieten gute Voraussetzungen für Energieinvestitionen. Die Entwicklung des Industrie- und Energiestandortes Lubmin ist weiterhin ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik des Landes und wird jede mögliche Unterstützung seitens des Wirtschaftsministeriums erhalten“, sagte Seidel. |
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